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Entscheidungen

Schwierige Entscheidungen treffen

Wenn eine Entscheidung sich zäh anfühlt, fehlt selten die Information. Meistens fehlt die Antwort auf eine andere Frage: Was ist mir eigentlich wichtig?

Von Samira Hoppmanns, Systemische Beraterin7 Minuten Lesezeit

Es gibt Entscheidungen, die man morgens trifft und mittags vergessen hat. Und es gibt die anderen: die, die einen über Wochen begleiten, nachts wieder da sind und bei jedem Gespräch mitschwingen.

Der Umzug. Der Jobwechsel. Die Frage, ob man einen Menschen weiter im Leben haben möchte. Solche Entscheidungen sind nicht deshalb schwer, weil man zu wenig weiß – sondern weil mehrere Dinge gleichzeitig stimmen.

Warum Pro und Contra oft nicht reicht

Fast jede kennt den Ratschlag: Mach eine Liste. Links das Dafür, rechts das Dagegen.

Das funktioniert gut bei Fragen, in denen sich alles vergleichen lässt. Bei Lebensfragen funktioniert es schlechter – weil die Punkte nicht gleich schwer wiegen. „Kürzerer Arbeitsweg“ und „Ich könnte mich dort nicht mehr wiedererkennen“ stehen in derselben Spalte und haben doch nichts miteinander zu tun.

Und noch etwas passiert: Wir schreiben auf, was sich begründen lässt. Was sich nur ahnen lässt, kommt auf keine Liste – dabei ist es oft das Entscheidende.

Wessen Erwartung entscheidet gerade mit?

Bei den meisten schwierigen Entscheidungen sitzen unsichtbar mehrere Menschen mit am Tisch. Eltern, deren Vorstellung von einem vernünftigen Leben man kennt. Die Partnerin oder der Partner. Kolleginnen. Manchmal auch ein früheres Ich, das sich etwas geschworen hat.

In der Beratung sortieren wir das häufig: Wer erwartet was? Und was davon ist wirklich eine Erwartung – und was eine Annahme darüber, was erwartet werden könnte?

Viele stellen dabei fest, dass sie sich gegen etwas wehren, das nie jemand ausgesprochen hat.

Werte als Kompass

Wenn Argumente sich die Waage halten, hilft eine andere Ebene: die der eigenen Werte. Nicht im großen, feierlichen Sinne, sondern ganz praktisch – wonach möchtest du leben?

Sicherheit. Selbstbestimmung. Verbundenheit. Ruhe. Entwicklung. Verlässlichkeit. Gestaltungsfreiheit. Wenn du zwei oder drei davon benennen kannst, die für dich gerade tragend sind, sortiert sich vieles wie von selbst.

Eine Entscheidung, die zu deinen Werten passt, fühlt sich selten leicht an – aber sie fühlt sich stimmig an. Das ist etwas anderes.

Ressourcen: Was hat dir früher geholfen?

Du hast in deinem Leben schon Entscheidungen getroffen, die schwer waren. Vielleicht sogar sehr schwer. Und du bist hier.

Der Blick zurück ist deshalb keine Nostalgie, sondern nützlich: Wie hast du das damals gemacht? Was hat dir geholfen? Wer war dabei? Was hast du danach gedacht?

Häufig zeigt sich dabei ein eigener Weg, Entscheidungen zu treffen – einer, der bereits funktioniert hat und den man in der aktuellen Anspannung schlicht vergessen hat.

Fragen, die den Blick öffnen

Nimm dir für jede Frage einen Moment

  • Angenommen, du hast dich entschieden und es ist ein Jahr vergangen: Woran würdest du merken, dass es die richtige Entscheidung war?
  • Welche Möglichkeit macht dir mehr Angst – und welche macht dich neugieriger?
  • Wenn du wüsstest, dass niemand enttäuscht wäre: Wofür würdest du dich entscheiden?
  • Was ist der kleinste Schritt, den du gehen könntest, ohne dich schon festzulegen?
  • Was würdest du dir raten, wenn eine gute Freundin dir genau das erzählt hätte?

Die vorletzte Frage ist meine liebste. Denn oft muss gar nicht sofort alles entschieden werden. Es reicht, den nächsten Schritt zu kennen – und der ist meistens kleiner, als man denkt.

Wenn du feststeckst

Manchmal dreht sich das Denken trotzdem im Kreis. Das liegt selten daran, dass jemand zu wenig nachdenkt. Eher daran, dass man den eigenen Gedanken allein nicht widersprechen kann.

Genau dafür ist Beratung da: als Raum, in dem jemand zuhört, nachfragt und Perspektiven anbietet, ohne dir zu sagen, was du tun sollst. Die Entscheidung bleibt deine – sie wird nur wieder deine, statt eine Antwort auf lauter fremde Stimmen zu sein.

Laut denken, ohne bewertet zu werden

In der Einzelberatung nehmen wir uns 60 Minuten Zeit, deine Situation zu sortieren. Das Kennenlernen vorab am Telefon ist kostenlos.

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